FLESH + BLOOD

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Paul Verhoeven 4

Regie: Paul Verhoeven
Niederlande/Spanien/USA 1985, ca. 128 Min., 35mm, DF, FSK 18

„Irgendwo in Westeuropa, im finsteren Mittelalter: Ein Söldnerheer samt Hurentrupp und verwirrtem Prediger plündert eine Stadt, wird prompt vom Anführer geschasst und macht sich unter Leitung von Rutger Hauer auf, Tod & Verderben über die Landstriche zu bringen (als ob die Pest das nicht schon gründlich genug erledigen würde).
Paul Verhoeven, unangefochtener Zynismusmeister Hollywoods, dreht ja bekanntlich immer denselben Film (‚Es geht darum, in einer Welt zu überleben, die voller Dreckskerle ist‘, wie es Jacques Rivette zusammenfasst): In seiner ersten US-Produktion war seine Bereitschaft, Sex, Gewalt & Subversion zu verschränken, schon voll ausgereift. Moral gibt es, wie immer, keine, stattdessen knüppeln sich alle, die sich im Recht fühlen, möglichst blutig zu Brei, während eine heillose Verwirrung der Loyalitäten entsteht: Kaum eine Szene in diesem Film, die nicht von Betrug und Selbstbetrug erzählen würde und der Regisseur setzt mit genüsslich ausgewalzter religiöser Ikonographie, enormer Lust am Fleischlichen sowie diversen Verstümmelungen gleich noch mit hysterischer Fröhlichkeit ein paar drauf.
Hauer frisst in der Eröffnungsszene die Hostien wie Chips, ein homosexuelles Ritterpärchen (das ganz selbstverständlich präsentiert wird) hat so ziemlich die einzig gesunde Beziehung im Film und überhaupt malt Verhoeven die Vergangenheit eigentlich nur noch als Fresko vom Untergang des Abendlandes. Nur logisch, dass alle seine Science-Fiction-Filme dann schon nach der geistigen Apokalypse spielen.“ Christoph Huber, Filmmuseum Wien

.trailer

Mittwoch, 10. Mai – 20 Uhr

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