EHEINSTITUT AURORA

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Regie: Wolfgang Schleif
s/w, BR Deutschland 1961, ca. 102 Min., 35mm, FSK 18

Der große Hit der 2016er Locarno Retrospektive „Geliebt und verdrängt: Das Kino der jungen Bundesrepublik Deutschland“ nun in Köln bei „Besonders Wertlos“ zu sehen!

Die Handlung von Wolfgang Schleifs Film folgt streng einem der populärsten Archetypen des Krimigenres: Eine unschuldig Verurteilte nutzt ihren Hafturlaub, um den wahren Täter des ihr zur Last gelegten Verbrechens zu stellen. Der sensationslüsterne Kolportagecharakter zeitgenössischer Groschenhefte kommt nicht von ungefähr: die literarische Vorlage des Films war einer jener populären Fortsetzungsromane, welche damals wöchentlich in der „Hörzu“ abgedruckt wurden.
Beworben wurde der Film als großes Schauspielerkino, und die Darstellerliste liest sich in der Tat wie ein Who is Who des bundesrepublikanischen Kinos der Sechziger Jahre. Allen voran Elisabeth Flickenschildt, eine der Grandes Dames des deutschen Kriminalfilms, die damals jede zweite Edgar Wallace-Verfilmung veredelte. Aber auch die Nebenrollen sind hervorragend besetzt, wie unter anderem die Synchronlegende Rainer Brandt beweist.
Alte Kritiken zeigen, dass der Film damals als „milieusichere Kriminalstory“ besprochen und rezipiert wurde. Heute sind unsere Gäste dazu eingeladen, Schleifs wohl damals schon angelegten satirischen Ansatz einer Genreparodie zu entdecken, welcher bei seiner Erstaufführung nicht gewürdigt wurde.

Sonntag, 09. April – 17 Uhr

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