VULKAN DER HÖLLISCHEN TRIEBE

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Regie: Peter Hauser
BR Deutschland 1968, ca. 89 Min., 35mm, FSK 18

Im Sommer 1967 von dem ungarischen Kameramann Ferenc Vass in unabhängiger Low-Budget-Produktion in Agfacolor und Ultrascope in München und um Niederaudorf in Oberbayern realisiert, ist VULKAN DER HÖLLISCHEN TRIEBE vom Scheitel bis zur Sohle beseelt von jener unbekümmerten, heroischen Verwegenheit, die beim Filmemachen die Überwindung jedes noch so großen Hindernisses – hier vor allem jenes des fehlenden Geldes und der fehlenden Erfahrung – durch Exzentrizität, Energie, Ausgekochtheit und Wahnsinn garantiert.
Zwischen schrill-freizügigen Beat-Parties, schäbigem Möchtegern-Gangstertum, kläglichen Verführungen, haarsträubenden Kriminalitätsversuchen und halsbrecherischen Verfolgungsjagden durch Gebirgsbäche entwirft Vass‘ und Häusers liebenswert verschrobener Genre-Schüttelreim eine ganz und gar eigene Idee eines sexy heist movie made in Bavaria und erfüllt am Ende des Films auf wundersame, unverhofft selbstironische und seinem antikapitalistischen Zeitgeist entsprechende Weise das ominöse Versprechen, welches einer seiner prahlerischen Junggangster in der ersten Szene des Films gibt: „Alles Scheiße! Man müsste was unternehmen.“ Unternommen haben Vass und Häuser indes Vieles, und die Freiheit eines Trios leichtbekleideter Mädchen, die tanzend durch ein Schilffeld vor den Spitzbuben flüchten, ist auch die Freiheit eines Films, der herzhaft auf filmische Etikette scheißt und alleine seinem ganz persönlichen Lustprinzip und Spieltrieb verpflichtet ist. „All you need for a movie is a gun and a girl.“ (Jean-Luc Godard)

Mittwoch, 05. April – 22 Uhr

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