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besond marketing19. FESTIVAL DES DEUTSCHEN PSYCHOTRONISCHEN FILMS

Mi, 5. – So, 9. April im Kino des Filmclub 813
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Wir freuen uns erneut in Köln das „BESONDERS WERTLOS – Festival des deutschen psychotronischen Films“ mit der mittlerweile 19. Ausgabe präsentieren zu können. Wegen der Schließung des Filmhauskino findet das Festival dieses Jahr im Kino des Filmclub 813 statt.

Abseitiges und Vergessenes, Unterschlagenes und Verdrängtes – seit beinahe zwei Jahrzehnten gehört BESONDERS WERTLOS zu den festen Institutionen cineastischer Forschungsarbeit und zeigt auch 2017 wieder ein breites Panorama psychotronischen Filmschaffens.
In der Subgeschichte des deutschen Kinos sind zahllose Schätze verborgen, 18 von diesen werden wir beim 19. BESONDERS WERTLOS-Festival bergen, und sie dort zeigen, wo sie hingehören, und wo sie mitunter seit Jahrzehnten nicht mehr zu sehen waren: auf der großen Leinwand. BESONDERS WERTLOS – psychotronisch und bewußtseinserweiternd!!

Das Filmprogramm…

Mittwoch, 5. April
20:00 Uhr I MAGDALENA – VOM TEUFEL BESESSEN
22:00 Uhr I VULKAN DER HÖLLISCHEN TRIEBE

Donnerstag, 6. April
18:00 Uhr I AM TAG ALS DER REGEN KAM
20:00 Uhr I FILMRISS!  (Gäste: Regisseur Felix Gerbrod und Hauptdarsteller Jens Grabarske)
22:30 Uhr I NACHT DER WÖLFE
00:00 Uhr I DAS GELBE HAUS AM PINNASBERG

Freitag, 7. April
18:00 Uhr I KLASSEN FEIND
20:15 Uhr I BABY  (Gast: Regisseur Uwe Frießner)
22:30 Uhr I MELODY IN LOVE
00:00 Uhr I TRÄNEN TROCKNET DER WIND

Samstag, 8. April
14:00 Uhr I MONDO OLSEN  (Gast: Regisseur Sadi Kantürk)
16:00 Uhr I KÄPTN RAUHBEIN AUS ST. PAULI
18:00 Uhr I Die fantastischen Welten des Bruno Sukrow (Gast: Robert Sukrow)
20:30 Uhr I HALLO… HIER SPRICHT PETER THOMAS!  (Gast: Regisseur Oliver Schwehm)
22:30 Uhr I DER ZINKER

Sonntag, 9. April
15:00 Uhr I VERSUCHUNG IM SOMMERWIND
17:00 Uhr I EHEINSTITUT AURORA
19:00 Uhr I MÜLLERS BÜRO
21:00 Uhr I ALPHA CITY


Ticket-Preise:

alle Vorstellungen 7,– € (normal) 6,– € (ermäßigt)
Fünfer-Ticket 25,– € (also fünf Filme zum unschlagbaren Preis von 5,– € / mehrere Besucher können auf ein Ticket = genial!)
Festivalticket (nicht übertragbar): 50,– €

SPIELORT:
Filmclub 813 e.V.

Kino 813 in der BRÜCKE I Hahnenstraße 6 I 50667 Köln
Tel. (0221) 3106-813
www.filmclub-813.de


Karten reservieren NUR per Email: somethingweirdcinema@gmail.com
Es gibt KEINE Bestätigung für Eure Reservierung. Wir schreiben Euch nur dann zurück, wenn etwas NICHT gehen sollte. Wenn Ihr also nichts von uns hört, sollte alles prima sein!

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Zur Filmreihe „something weird cinema“ geht’s hier lang


DAS FESTIVAL…

BESONDERS WERTLOS findet jährlich seit 1999 statt.
Wir zeigen Abseitiges, Knalliges, Obskures, Schräges und Vergessenes aus den Randbereichen der deutschen Filmgeschichte, Werke, die von der Kritik verkannt oder vom Publikum übersehen wurden, avantgardistisches Kunstkino genauso wie Sex-, Splatter- und St. Pauli-Filme, undergroundige Punk- und Homemade-Werke, Genre- und Independentkino, wie auch deutsche Blockbuster aus einer Zeit, in der es dieses Wort noch nicht gab.
Großartige Schauspieler wie Klaus Kinski oder Raimund Harmstorf und verkannte Regisseure wie Rolf Olsen oder Ernst Theumer geben sich bei uns auf der Leinwand ein Stelldichein.

Austragungsort war bislang das „Musische Zentrum der RUB“ (1999-2000) und das „Kino Endstation“ (2001-2012) in Bochum. Von 2013-2016 residierten wir im „Filmhauskino Köln“. Wegen der Schließung des Filmhauskino sind wir 2017 im Kino des „Filmclub 813“ beheimatet.
Organisiert wird BESONDERS WERTLOS vom „Institut für Psychotronik“ (Bochum) und „something weird cinema“ (Köln).

Nach vier fulminanten und erfolgreichen Festivals heißt es auch 2017 wieder für Köln: BESONDERS WERTLOS – psychotronisch und bewußtseinserweiternd!

STK Kulturamt CMYKDie Filmprogramme von BESONDERS WERTLOS finden mit dankenswerter Unterstützung des Kulturamt der Stadt Köln statt.

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MAGDALENA – VOM TEUFEL BESESSEN

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Regie: Walter Boos
BR Deutschland 1974, ca. 83 Min., 35mm, FSK 18

Krudes EXORZIST-Ripoff vom „Schulmächenreport“-Macher Walter Boos.

In einem Ort bei München wird ein alter Mann gekreuzigt vorgefunden. Gleichzeitig beginnt sich seine verwaiste Enkelin Magdalena Winter merkwürdig zu ändern. In dem Internat, in dem sie lebt, fliegt plötzlich das Porzellan wild durchs Zimmer, Tiere reagieren aggressiv auf sie und auch ihr Verhalten wird immer unheimlicher. Immer wieder wird sie gewalttätig und vulgär, bis sie sogar bald ihren Körper einsetzt, um Männer gegeneinander auszuspielen. Die Situation wird auch für das junge Mädchen selbst immer schlimmer, bis sie sich schließlich dazu entscheidet einen Priester um Hilfe zu bitten und einen Exorzismus an ihr zu veranstalten.

„Ein wahrhaft ungeheuerlicher Film!“ tönt es laut vom alten UFA-Video-Cover. Und dies ist hier auch mal ausnahmsweise keine marktschreierische Übertreibung, sondern Programm. Man kam und sah Friedkins EXORZIST, man verlegte einfach dessen Handlung ins erzkatholische ländliche Bayern und gab einen ordentlichen Schuss SCHULMÄDCHEN-REPORT-Flavor in die Backmischung und fertig war der teutonische Mutterkuchen aus der Hölle. Schmierfink vom Dienst, Walter Boos, versorgt sein Publikum nicht nur mit der handelsüblichen Softcore-Akrobatik, sondern lässt seine junge, meist nackte, Protagonistin Vulgär-Absonderungen vom Feinsten („Will was in die Fotze!“, „Na, du Nonnenficker!“) auf die Tonspur schmettern, dass selbst die abgefucktesten Sleaze-Connaisseure mit den Ohren schlackern werden.

Mittwoch, 05. April – 20 Uhr

VULKAN DER HÖLLISCHEN TRIEBE

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Regie: Peter Hauser
BR Deutschland 1968, ca. 89 Min., 35mm, FSK 18

Im Sommer 1967 von dem ungarischen Kameramann Ferenc Vass in unabhängiger Low-Budget-Produktion in Agfacolor und Ultrascope in München und um Niederaudorf in Oberbayern realisiert, ist VULKAN DER HÖLLISCHEN TRIEBE vom Scheitel bis zur Sohle beseelt von jener unbekümmerten, heroischen Verwegenheit, die beim Filmemachen die Überwindung jedes noch so großen Hindernisses – hier vor allem jenes des fehlenden Geldes und der fehlenden Erfahrung – durch Exzentrizität, Energie, Ausgekochtheit und Wahnsinn garantiert.
Zwischen schrill-freizügigen Beat-Parties, schäbigem Möchtegern-Gangstertum, kläglichen Verführungen, haarsträubenden Kriminalitätsversuchen und halsbrecherischen Verfolgungsjagden durch Gebirgsbäche entwirft Vass‘ und Häusers liebenswert verschrobener Genre-Schüttelreim eine ganz und gar eigene Idee eines sexy heist movie made in Bavaria und erfüllt am Ende des Films auf wundersame, unverhofft selbstironische und seinem antikapitalistischen Zeitgeist entsprechende Weise das ominöse Versprechen, welches einer seiner prahlerischen Junggangster in der ersten Szene des Films gibt: „Alles Scheiße! Man müsste was unternehmen.“ Unternommen haben Vass und Häuser indes Vieles, und die Freiheit eines Trios leichtbekleideter Mädchen, die tanzend durch ein Schilffeld vor den Spitzbuben flüchten, ist auch die Freiheit eines Films, der herzhaft auf filmische Etikette scheißt und alleine seinem ganz persönlichen Lustprinzip und Spieltrieb verpflichtet ist. „All you need for a movie is a gun and a girl.“ (Jean-Luc Godard)

Mittwoch, 05. April – 22 Uhr

AM TAG ALS DER REGEN KAM

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Regie: Gerd Oswald
s/w, BR Deutschland 1959, ca. 89 Min., 35mm, FSK 16

„Westberlin, in der Nachkriegszeit. Werner Maurer, ein harter Bursche, ist Anführer der ‚Panther‘, einer Bande, die in der Stadt ihr Unwesen treibt. Das Schicksal nimmt seinen Lauf, als Werner seinen nächsten Coup plant, ein Komplize jedoch eigene Pläne schmiedet: Robert will der Gang den Rücken kehren, um mit seiner Freundin Inge ein normales Leben zu beginnen. Als alle Bandenmitglieder gemeinsam ein Ding drehen, geht Robert zur Polizei … Unterstrichen vom titelgebenden Welthit der französischen Sängerin Dalida, inszenierte Gerd Oswald ein packendes Milieuporträt.“ Filmmuseum Frankfurt

„Das ist die BRD aus Sicht eines Remigranten mit der härtesten Form von Hollywood-Lebenserfahrung: Straßen-Noir mit Schlagerschmelz und Illustrierten-Poesie.“ Olaf Möller

Donnerstag, 06. April – 18 Uhr

FILMRISS!

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Regie: Felix Gerbrod
Produktion: Kino ohne Talent
Deutschland 2011, ca. 98 Min., digital
Mit Jens Grabarske, Melf Neumeyer, Cho Kola, Gerrit Grewing, Henriette Riese u.a.
Musik: AufBruch, AsiPhil, Die Kassierer, Ausgang Ost, Knochenfabrik, Chefdenker, Wizo, Terrorgruppe u.a.

Zu Gast: Regisseur Felix Gerbrod und Hauptdarsteller Jens Grabarske

Hamburg im Herbst 2011: Der Junge Jens lebt bei seiner alkoholkranken Mutter. Nach einem Streit verlässt er die Wohnung und übernachtet auf einer Parkbank. Am nächsten Morgen trifft er den Punker Andi, der ihm anbietet, Teil der Punkszene zu werden. Er nimmt an und lernt Keule kennen, einen Punker, der ihn in die Geheimnisse der Szene einweiht. Um aufgenommen zu werden, muss er drei Prüfungen bestehen. Und die haben es in sich.

Punk als Jugendkultur trat Anfang/Mitte der 70er Jahre in Erscheinung, erreichte Ende der 70er ihren (ersten) Höhepunkt, und wurde dann schnell – zu mindestens, was die modischen Attribute und den musikalischen Stil betrifft – vom kommerziellen Mainstream vereinnahmt. Bereits 1977 taucht in der Musikpresse der Begriff „Post Punk“ auf, und schon 1981 nannten THE EXPLOITED, eine Punk Band der zweiten Generation, ihr Debutalbum „Punks Not Dead“. Und so tobt seit gut 40 Jahren eine Diskussion darüber, ob Punk nun lebendig, tot, untot, was auch immer ist.
Am wenigsten interessiert das die Punks selbst. Denn die Akteure der Bewegung, welche vor allem als eine musikalische wahrgenommen wird, sind nach wie vor ungebrochen aktiv, und das auch in den Bereichen Mode, Kunst, Fotografie und Film.
FILMRISS! ist eine selbstironische Satire von Punks über Punks, die sich über die Strukturen und Regeln lustig machen, welche sich im Punk – genau wie in jeder anderen Bewegung auch – mit der Zeit verselbstständigen. Diese Entwicklung wird gnadenlos übertrieben dargestellt, und zeigt so die Absurdität eines Regelwerks, welche eine Bewegung regelt, die sich gegen alle Regeln wendet.
Dabei wird auch gegen so ziemlich jede Regel des kommerziellen Filmemachens verstoßen. So bietet FILMRISS! dann Punk auf der ganzen Linie, inhaltlich ebenso wie formal.

Regisseur Felix Gerbrod und Hauptdarsteller Jens Grabarske sind anwesend und stehen anschließend zu einem Publikumsgespräch bereit!

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„Kino ohne Talent“

Donnerstag, 06. April – 20 Uhr

NACHT DER WÖLFE

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Regie: Rüdiger Nüchtern
BR Deutschland 1982, ca. 80 Min., 35mm, FSK 16

In München in der Pariser Strasse haben die „Revengers“ das Sagen. Die Jugendgang vertreibt sich die Zeit mit halbstarkem Gehabe, Springmesserspielereien und Diebstählen. Als gegenüber der Stammeisdiele ein türkischer Bäcker und mit ihm die Türken-Clique „Kenli Kartal“ einzieht, kommt es zu Revierstreitigkeiten. Daniela, die Freundin von Revengers-Leader Duke, fühlt sich von ihrer Gang ausgenutzt und im Stich gelassen. Sie verkuckt sich in den Türken Dogan…
Im Jahr 1979 hetzten die beiden Regisseure Walter Hill und Philip Kaufman ihre Gangs, THE WARRIORS und THE WANDERERS, auf die große Leinwand – mit (durch)schlagendem Erfolg. Sie lösten damit eine ganze Welle von sogenannten „Gang“-Filmen aus. Kurz darauf nahm sich auch Rüdiger Nüchtern dieses Oevres an und verpflanzte es in das Herz der bajuwarischen Hauptstadt, vermengte es mit einer Prise WEST SIDE STORY und baute den heute leider immer noch top-aktuellen Themenkomplex um Fremdenfeindlichkeit, Wutbürgertum und Neo-Nazismus ein. Aber neben all dem Ernsten bietet NACHT DER WÖLFE vor allem einen farbenfrohen Blick auf die frühen 80er und ihre Jugendkultur: Lederjacken mit Nieten, Jeans-Westen zugepflastert mit Stickern, Fönfrisuren, Neon-Tops, grelle Augenschminke, lässiger Slang und eine Hauptdarstellerin, die aussieht wie eine Doppelgängerin von Nena. Dazu böllert auf dem Soundtrack Heavy-Metal von Accept. Und sogar die Münchener Freiheit ist bei dem Film involviert. Zeitgeist Galore!

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Donnerstag, 06. April – 22:30 Uhr

DAS GELBE HAUS AM PINNASBERG

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Regie: Alfred Vohrer
BR Deutschland 1970, ca. 90 Min., 35mm, FSK 18

„Beim Pinnasberg handelt es sich um eine Seitenstraße auf St. Pauli, südlich der Reeperbahn, ganz in der Nähe der Elbe, abseits des Rotlichtbereichs, eigentlich ein Wohngebiet. Doch es verwundert nicht unbedingt, dass es sich bei der titelgebenden Immobilie um ein Bordell handelt. Ein spezielles allerdings, denn hier ist die Kundschaft weiblich und die Belegschaft männlich.
Chef des Hauses ist Werner Zibell, genannt ‚Der General‘, der mit dem Frauenpuff seinen Aufstieg zum angesehenen Zementunternehmer finanziert hat. Empfangs’dame‘ und Wirtschafter des Hauses ist ‚Paganini‘ (alle Männer tragen Pseudonyme), gespielt von Eddi Arent.“ ugo-piazza, Dirty Pictures

Der Film präsentiert mehr oder weniger episodenhaft einige Storys, die im Haus passieren.
„Eine plumpe Komödie, die sich durch ihren satirischen Tonfall zwar vom üblichen Sexfilm-Ramsch abgrenzen will, aber letztlich doch in den Niederungen des Genres endet. – Wir raten ab.“ So urteilte seinerzeit der „film-dienst“… Wir hingegen raten mal vorbeizuschauen im gelben Haus. Mal sehen, ob Krimi-Profi Alfred Vohrer (PERRAK, DER HEXER etc.) es vielleicht doch hinbekommt eine schmissige Sex-Komödie abzuliefern? Das „Besonders Wertlos“ ist ja immer für Überraschungen gut…

Anhören! Film-Soundtrack „Hippy Dippy“ von Rolf Kühn…

Donnerstag, 06. April – 00:00 Uhr

KLASSEN FEIND

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Regie: Peter Stein
BR Deutschland 1983, ca. 125 Min., 35mm, FSK 16

Der Roman- und Theaterautor Nigel Williams ist sehr an Jugendkulturen und deren aggressiven Aspekten interessiert, von ihm stammt u.a. die erschütternde Bühnenfassung von William Goldings HERR DER FLIEGEN. 1978 las er mehrere alarmierende Reportagen über die schockierend gewalttätigen Zustände an Londoner Schulen. Er begann selbst vor Ort zu recherchieren, und verarbeitete das Ergebnis seiner Nachforschungen zu einem Bühnenstück. So hatte dann das ebenso gefeierte wie umstrittene Stück „Class Enemy“ seine Premiere 1978, auf dem ersten Höhepunkt der britischen Punkbewegung. In Deutschland brachte Peter Stein den Stoff 1981 auf die Bühne, und verfilmte ihn anschließend für die Leinwand.
In einem kaputten Klassenzimmer an einer kaputten Schule in einer kaputten Stadt wartet eine handvoll Schüler auf ihren neuen Lehrer – doch dieser kommt nie an. Zuerst genießen sie die Situation, doch mit der Zeit wandelt sich die Ausgelassenheit zu Aggression. Schließlich hat ausgerechnet der Pausenhoftyrann eine außergewöhnliche Idee, und zwingt seine Mitschüler dazu, nacheinander in die Rolle des Lehrers zu schlüpfen, und die Klasse zu unterrichten…
Der seit seiner Uraufführung selten gezeigte KLASSEN FEIND pendelt zwischen SAAT DER GEWALT, WARTEN AUF GODOT und BREAKFAST CLUB, und zeigt eindrücklich die perfide Dynamik, welche eine Gruppe vernachlässigter Jugendlicher zwischen Apathie und Anarchie befällt.

Freitag, 07. April – 18 Uhr

BABY

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Regie: Uwe Frießner
BR Deutschland 1984, ca. 115 Min., 35mm, FSK 16
Musik: Spliff u.a.

Zu Gast: Regisseur Uwe Frießner

Baby träumt von einem eigenen Fitness- und Kraftsport-Center. Die Realität aber ist die triste Bunker-Architektur des Märkischen Viertels, in der kein einziger sozialer Kontakt gedeiht, und der schlecht bezahlte Rausschmeißer-Job in einer Disco am Ku’damm. Und da er nicht der Typ ist, geduldig zu warten bis er das nötige Kleingeld hat, ist er schon mal anfällig für die Verlockungen des schnellen Geldes und lässt sich gerne von seinen Freunden zu kleineren Gaunereien überreden. Aus Kleinen werden aber erfahrungsgemäß schnell Größere und so ist es nur eine Frage der Zeit…

„BABY war der zweite Kinofilm des Regisseurs Uwe Frießner. Berlin als Schauplatz einer melancholischen Milieustudie. Die meisten Darsteller standen vorher noch nie vor einer Filmkamera,
doch sie spielen echt, intensiv und glaubwürdig. Schon der Beginn des Films ist großartig inszeniert. Wir sehen Baby im Karate-Anzug beim schweißtreibenden Training draußen mit der Beton-Wohnsilo-Kulisse im Hintergrund. Unterlegt ist das Ganze mit der geilen Musik von Spliff.“ Kino in der Brotfabrik Berlin

„Die Story ist nicht neu aber neu erzählt. Frießner zeigt, was seine Figuren tun, wie sie leben und sich zueinander verhalten. Das ist stimmig, aufregend, mitunter wahnsinnig spannend. Die Geschichte einer Zweckgemeinschaft, die zur Freundschaft wird. Die Geschichte eines Traumes, der im Alptraum endet“ Film-Echo/Filmwoche

Regisseur Uwe Frießner ist anwesend und steht anschließend zu einem Publikumsgespräch bereit!

Freitag, 07. April – 20:15 Uhr

MELODY IN LOVE

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Regie: Hubert Frank
BR Deutschland 1978, ca. 90 Min., 35mm, FSK 18

Eine junge Frau erlebt beim Urlaub auf Mauritius einen bunten Reigen sexueller Abenteuer. Deutscher Sexploitation-Film von Hubert Frank völlig jenseits der Genreformeln von „Report“- und „Lederhosen“-Filmen. Postkarten-Ästhetik und brodelnde Lavaströme, toller Easy Listening-Sound von Gerhard Heinz und Sascha Hehn in einer seiner herrlich-schmierig 70er Jahre-Rollen!

Hubert Franks Regie-Karriere lässt sich grob in zwei Phasen unterteilen: In den Spät-60ern bis in die Früh-70er hinein verschrieb er sich zumeist der Frivol-Erotik. Mit solch eloquenten Titeln wie UNTERM RÖCKCHEN STÖSST DAS BÖCKCHEN oder MUSCHI MAUS MAG’S GRAD HERAUS.
Doch als 1974 Just Jaeckins EMMANUELLE in die Kinos kam, bedeutete das für ihn, eine radikale Kurskorrektur einzuschlagen. Die grobe Fahrtrichtung stand zwar immer noch auf Erotik, aber nun eben weg vom Feuchtfröhlichen und hin zum Edel-Softcore. In den Jahren zwischen 1977-86 drehte Frank 10 Filme, die jener von EMMANUELLE ausgelösten High-Class-Erotic-Welle zuzuordnen sind.
MELODY IN LOVE ist einer davon – und was für einer! Dass der Plot bei solchen Filmen eher eine untergeordnete Rolle spielt, ist eine alte Platitüde, die so allerdings nicht ganz stimmt, denn natürlich braucht gute Erotik ein Fundament: Die junge Melody besucht ihre ältere und sexuell sehr freizügig lebende Cousine auf Mauritius. Die Grande Dame führt Melody in die bunte Welt der Liebe ein. Sicher, eine genretypische Storyline, aber es ist vielmehr das sinnliche Erleben, was solche Filme ausmacht. Und was das angeht, fährt Frank volles Geschütz auf. Das exotische Setting von Mauritius wird hier von Kameramann Franz X. Lederle vortrefflich eingefangen. Das Gleiche gilt für die stilvoll gefilmten und ausgeleuchteten Sex-Szenen. Das Ganze wird durchzogen von einem catchy Ohrwurm, den man noch Tage später in sich hineinsummt. Aber in all diese Ästhetik, die wahrlich keinen Vergleich zu seinen französischen oder italienischen Pendants zu scheuen mag, taucht Frank auch einige Schmierlappigkeiten ein, die den Film nochmal in eine ganz andere Dimensionen knüppelt. Wahrlich eine verborgene Perle des deutschen Films, die es unbedingt zu entdecken gilt!
Die hier gezeigte Kino-Fassung enthält (min.) eine Szene, die in der alten deutschen VHS (Euro-Bavaria bzw. Atlas Video) fehlt und ist somit die längste Version weltweit (ausländische Tapes sind noch mehr zensiert als das deutsche).

Freitag, 07. April – 22:30 Uhr

TRÄNEN TROCKNET DER WIND

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Regie: Heinz Gerhard Schier
s/w, BR Deutschland 1967, ca. 96 Min., 35mm, FSK 18

Auch bekannt als LACH-TRÄNEN TROCKNET DER WIND… großartiger 60er-Jahre-Sleaze von Synchro-Großmeister Schier, hier mit Vollgas auf dem Regiestuhl!

Wohlmeind wie immer urteilte damals der katholiche „film-dienst“, DAS Propaganda-Organ für psychotronisches Kino: „Gangsterkrieg und Liebesaffäre auf St. Pauli: Eine Striptease-Tänzerin und ein Offizier der Handelsmarine werden in einen Mord verwickelt.
Der ‚Drehbuchautor‘ dieser trüben Kolportagegeschichte läßt die beiden ‚Liebenden‘ unablässig füreinander entbrennen und sich wieder entzweien, jeweils selbstverständlich ohne jedes ersichtliche Motiv: er muß das ‚Drehbuch‘ an einem Wochenende geschrieben haben, an dem er besonders schlecht disponiert war. Das war offensichtlich auch beim ‚Regisseur‘ der Fall, denn was sich hier für Inszenierung ausgibt, ist lediglich die lieblose Aneinanderreihung von unzusammenhängenden Szenen, hin und wieder unterbrochen durch lust- und talentlose Strip-Szenen. Der ‚Komponist‘ hatte offensichtlich den Auftrag, Musik für einen Italo-Western zu schreiben, so jedenfalls klingt das, was zuweilen erklingt. Ist es noch notwendig, unter diesen Umständen zu betonen, daß die ‚Schauspieler‘ hoffnungslos dilettantisch vor sich hin agieren? Ein billiges Filmchen, kaum der eingehenden Rezension würdig, die ihm an dieser Stelle gewidmet wurde. Seine totale Maßstablosigkeit ordnen den Film wie von allein in die Kategorie jener Leinwandstücke ein, deren Besuch abzulehnen ist.“ film-dienst, 48/1967

Freitag, 07. April – 00:00 Uhr

MONDO OLSEN

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Kinopremiere!
WAHNWITZ, SPUK UND PHÄNOMENE

Regie: Rolf Olsen
BR Deutschland, ca. 60 Min., digital

Super-selten! Super-rar! Damalige Auflage: 40 VHS Kassetten im Eigenvertrieb Rolf Olsen … eine einmalige Gelegenheit … Kommt alle!

 

 

Welt-Uraufführung!
OLSENS WELT
Regie: Sadi Kantürk
Deutschland 2017, Kamera: Sabrina Mikolajewski, ca. 25 Min., digital
Mit Otto Retzer, Franz X. Lederle

Zu Gast: Regisseur Sadi Kantürk

Rolf Olsen, seit den 50er Jahren einer der erfolgreichsten Schauspieler und Regisseure in Deutschland, machte sich Mitte der 70er mit seinem Kameramann auf, die Absurditäten der Welt zu filmen. Zwei seiner Weggefährten erzählen seine Geschichte und die Hintergründe von Filmen wie SHOCKING ASIA und REISE INS JENSEITS DIE WELT DES ÜBERNATÜRLICHEN.

Samstag, 08. April – 14 Uhr

Eintritt: 4,- € / erm. 3,- €

KÄPTN RAUHBEIN AUS ST. PAULI

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Regie: Rolf Olsen
s/w, BR Deutschland 1967, ca. 96 Min., 35mm, FSK 18

Seit 1999 ist das „Besonders Wertlos“ Festivals bestrebt ALLE Filme von Rolf Olsen zu zeigen: Diesmal kommt mit KÄPTN RAUHBEIN sein durchgeknalltester St. Pauli Film zur Aufführung … volle Fahrt voraus ins große Abenteuer!

„Als Kapitan Markus Jolly (Curd Jürgens) eines Tages zu früh von großer Fahrt nach Hause in St. Pauli kommt, findet er seine Frau im Bett mit einem anderen Mann (die spätere NDR-Ansagerlegende Denes Törzs!). Es kommt zu einem Streit, in dessen Verlauf seine Frau das Treppengeländer durchbricht und 5 Stockwerke tiefer tot aufschlägt. In einem Prozess wird Jolly zwar freigesprochen, doch will er danach mit seiner Heimat nichts mehr zu tun haben und schippert nun mit einem alten Kahn in lateinamerikanischen Gewässern, wo er nun als Käptn Rauhbein bekannt ist.“ ugo-piazza, Dirty Pictures

Rolf Olsen, schon seit fast 2 Jahrzehnten ein höchst verlässlicher Waren-Zulieferer fürs Besonders Wertlos Festival, lädt uns und seine alten Freunde aus St. Pauli auf einen Törn in die Karibik ein, um noch ein letztes Mal so richtig Party zu machen. So eine richtige Alt-Herren-Sause, wo Mann noch Mann sein kann, mit viel Wein, Weib & Gesang! Da fließt der güldene Rum aus’er Buddel in Sturzbächen die Kehle runter, da geben verschwitze alte unrasierte Seebären der exotischen Hula-Schönheit n Klapps auf den Hintern und trällern dabei ein sentimentales Liedchen über Völkerverständigung. Ach ja, und nebenbei tritt unser Käpt’n Rauhbein noch irgendwelchen einheimischen Bösewichten in ihren korrupten Bananenrepublik-Arsch und befreit jungfräuliche DRK-Miezen in Not. Good clean fun, eben!

Hammer-Filmclip! Curd Jürgens singt „Überall ist es schön auf dieser Welt

Samstag, 08. April – 16 Uhr

Die fantastischen Welten des Bruno Sukrow

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RENO ROC III: KLINIK DER WÖLFE
Deutschland 2016, 35 Min., digital

ANNA
Deutschland 2014, 25 Min., digital

TAUCHFAHRT INS VERDERBEN
Deutschland 2013, 57 Min., digital

Zu Gast: Robert Sukrow

Eine der schillerndsten Figuren des zeitgenössischen deutschen Films ist der Aachener Bruno Sukrow. Die enthusiastischen Besprechungen seiner nur im Untergrund zirkulierenden Filme finden sich ausschließlich in den Blogs von Eingeweihten. Sukrow ist im Ausland mitunter bekannter als in seiner Heimat, seine Filme liefen auf den Festivals von Rotterdam, Helsinki und Barcelona, und wurden dort als Meilensteine des kontemporären Surrealismus gelobt. Nur wenige Filmemacher haben das Medium auf die innovative Weise zu nutzen verstanden, wie der 89-jährige Autodidakt, der die popkulturellen Fantasien seiner Jugend als No Budget-Computeranimationen in Eigenregie und -produktion wiederauferstehen lässt.
Aufgrund der überwältigenden Resonanz, die 2015 unser erstes Festival-Programm mit Filmen Bruno Sukrows fand, haben wir einen weiteren Blick in seine unbeschreiblichen Welten zusammengestellt. Mit KLINIK DER WÖLFE, ANNA und TAUCHFAHRT INS VERDERBEN zeigen wir einen Kriminalfilm, ein Drama und eine der eigenwilligsten Hybriden aus Science Fiction, Horror- und Abenteuerfilm, welche das Kino jemals hervorgebracht hat.

Zu Gast ist Robert Sukrow, der Sohn des Regisseurs, der nach der Aufführung zu einem Publikumsgespräch zur Verfügung steht!

Samstag, 08. April – 18 Uhr

 

HALLO… HIER SPRICHT PETER THOMAS!

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Welt-Uraufführung!

Regie: Oliver Schwehm
Deutschland 2012, ca. 45 Min., digital
Mit Peter Thomas u.a.

Zu Gast: Regisseur Oliver Schwehm

(29.03.17) Peter Thomas‘ Frau ist verstorben, weshalb er seine Teilnahme absagen musste. Unser herzliches Beileid geht an den größten Komponisten des deutschen Films. Herr Thomas hat angeboten, sich nach der Dokumentation HALLO… HIER SPRICHT PETER THOMAS! via einer Liveschaltung bei unserem Publikum zu melden. Wir testen gerade, wie das am besten funktioniert.

Peter Thomas ist nicht nur einer der erfolg- sondern auch einflussreichsten Komponisten in der Geschichte des deutschen Films. Die bizarren Klänge, mit denen er jahrzehntelang die „Edgar Wallace“-Filmreihe untermalte, schöpften gleichermaßen aus den Gattungen des Jazz, der Avantgarde und der aufkeimenden elektronischen Musik einerseits, wie aus dem Easy Listening und dem Pop andererseits. Diese experimentelle, akustische Melange wurde zu einem der stilprägenden Aushängeschilder der Reihe und veränderte die Art, Filme zu untermalen, für immer.
In HALLO… HIER SPRICHT PETER THOMAS besucht Oliver Schwehm (CINEMA PERVERSO) den legendären Komponisten und führt mit ihm ein faszinierendes Werkgespräch zu seinen Soundtrackarbeiten, in dessen Rahmen sich Thomas nicht nur zu seinen Kompositionen äußert, sondern auch unglaublich faszinierende Einblicke hinter die Kulissen der deutschen Filmproduktion der 60er und 70er Jahre liefert. Untermalt von zahlreichen Filmausschnitten lassen Thomas und Schwehm eine der fruchtbarsten Perioden deutschen Filmschaffens gemeinsam mit ihren Protagonisten wie Produzent Horst Wendlandt, Regisseur Alfred Vohrer und Darstellern wie Karin Dor und Klaus Kinski wieder lebendig werden.

Regisseur Oliver Schwehm ist anwesend und steht nach der Vorstellung für ein Publikumsgespräch zur Verfügung. Wir planen via Liveschaltung auch mit Peter Thomas zu sprechen (s.o.).

Samstag, 08. April – 20:30 Uhr

Double Feature HALLO… HIER SPRICHT PETER THOMAS und DER ZINKER
Eintritt 10,- € / erm. 9,- €

Im Anschluss präsentieren wir mit DER ZINKER (ca. 22 Uhr) einen der größten Erfolge von Peter Thomas aus der „Edgar Wallace“-Serie der Rialto endlich wieder auf der großen Leinwand!

Mit der musikalischen Komödie VERSUCHUNG IM SOMMERWIND (Sonntag, 15 Uhr) haben wir als Gegengewicht auch noch ein unbekannteres Werk des Thomas’schen Korpus ausgegraben, welches seit Jahrzehnten nicht mehr im Kino zu sehen waren.

DER ZINKER

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Regie: Alfred Vohrer
s/w, BR Deutschland 1963, ca. 85 Min., 35mm, FSK 16
Mit Heinz Drache, Barbara Rütting, Klaus Kinski

Zu Gast: Musiker und Komponist Peter Thomas

Unter den zahlreichen Verfilmungen der Kriminalromane von Edgar Wallace sind die Produktionen der Rialto wohl die populärsten, und unter diesen ist wiederum DER ZINKER einer der unangefochtenen Höhepunkte!
Alfred Vohrers traumwandlerisch sichere Inszenierung hält perfekt die Balance zwischen den „Gangster-“ und den „Grusel-Wallaces“, oszilliert ausgewogen zwischen dem hunorvollen Charme und dem spannungsgeladenen britischen Gruselflair, für das wir Wallace so lieben.
Heinz Drache und Eddi Arent, die Londoner Unterwelt in den Docklands der Themse, die exzentrische High Society in einer herschaftlichen Villa, die Asse des Scotland Yard, Geheimgänge und ein maskierter Bösewicht, der mit einer Dr. Mabuses würdigen Geheimwaffe als schwarze Mamba getarnt mordend durch den Londoner Nebel schleicht, und – last but not least – Klaus Kinski als irrer Tierwächter Krischna, der unter seinen bissigen Lieblingen lebt und von Physis, Gestik und Mimik selbst an ein unberechenbares Raubtier gemahnt: DER ZINKER hat alles, was den Edgar Wallace-Filme seit mehr als einem halben Jahrhundert ihren legendären Ruhm beschert.

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Samstag, 08. April – ca. 22 Uhr

VERSUCHUNG IM SOMMERWIND

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Regie: Rolf Thiele
BR Deutschland 1972, ca. 81 Min., 35mm, FSK 16

Nachschlag zum Peter Thomas Special (Samstag 20:30 Uhr) mit dieser seltenen wie obskuren „musikalischen Filmkomödie“ – so das Presseheft zum Film – von Regie-Meister Rolf Thiele. Wir sind gespannt!

Inmitten der anarchischen Sexfilm-Satiren, die Rolf Thiele in den 1970ern hauptsächlich drehte (langjährige „Besonders Wertlos“-Besucher erinnern sich vielleicht noch an GRIMMS MÄRCHEN VON LÜSTERNEN PÄRCHEN), entstand dieses vergleichsweise salonfähige, aber darum nicht minder psychotronische Lustspiel, das seit seiner Kinoauswertung wohl kaum jemand mehr zu Gesicht bekommen hat. Die Verleihwerbung verspricht einen Film „voller Sommer, Sonne, Musik und Liebe“, „so fröhlich wie der schönste Sommerurlaub“, der natürlich vom großen Erotomanen Thiele mit allerlei Frivolitäten angereichert wurde. In der Hauptrolle eine weitere Regie-Koryphäe: Helmut Käutner spielt einen angesehenen Professor, der selbst dem außerehelichen Seitensprung zwar nicht abgeneigt ist, aber dennoch großen Wert auf die Treue seiner attraktiven Frau Claudia legt. Während er eine Reise nach Südamerika unternimmt, schickt er sie und die kesse Tochter der beiden auf eine Mittelmeer-Kreuzfahrt – samt dreier Hausfreunde, die auf Claudias Keuschheit achtgeben sollen, ihre Rollen aber nicht ganz im Sinne des Professors erfüllen.
Produzent des Ganzen war übrigens „Fix und Foxi“-Schöpfer Rolf Kauka, der heute auf den Tag genau 100 Jahre alt werden würde!

Laßt Euch zur Einstimmung nicht dieses denkwürdige Musikvideo zu Peter Thomas’ Titelsong, gesungen von Sandie Shaw entgehen!

Sonntag, 09. April – 15 Uhr

EHEINSTITUT AURORA

Standard

Regie: Wolfgang Schleif
s/w, BR Deutschland 1961, ca. 102 Min., 35mm, FSK 18

Der große Hit der 2016er Locarno Retrospektive „Geliebt und verdrängt: Das Kino der jungen Bundesrepublik Deutschland“ nun in Köln bei „Besonders Wertlos“ zu sehen!

Die Handlung von Wolfgang Schleifs Film folgt streng einem der populärsten Archetypen des Krimigenres: Eine unschuldig Verurteilte nutzt ihren Hafturlaub, um den wahren Täter des ihr zur Last gelegten Verbrechens zu stellen. Der sensationslüsterne Kolportagecharakter zeitgenössischer Groschenhefte kommt nicht von ungefähr: die literarische Vorlage des Films war einer jener populären Fortsetzungsromane, welche damals wöchentlich in der „Hörzu“ abgedruckt wurden.
Beworben wurde der Film als großes Schauspielerkino, und die Darstellerliste liest sich in der Tat wie ein Who is Who des bundesrepublikanischen Kinos der Sechziger Jahre. Allen voran Elisabeth Flickenschildt, eine der Grandes Dames des deutschen Kriminalfilms, die damals jede zweite Edgar Wallace-Verfilmung veredelte. Aber auch die Nebenrollen sind hervorragend besetzt, wie unter anderem die Synchronlegende Rainer Brandt beweist.
Alte Kritiken zeigen, dass der Film damals als „milieusichere Kriminalstory“ besprochen und rezipiert wurde. Heute sind unsere Gäste dazu eingeladen, Schleifs wohl damals schon angelegten satirischen Ansatz einer Genreparodie zu entdecken, welcher bei seiner Erstaufführung nicht gewürdigt wurde.

Sonntag, 09. April – 17 Uhr

MÜLLERS BÜRO

Standard

Regie: Niki List & Hans Selikovsky
Österreich 1986, ca. 104 Min., 35mm, FSK 16

Ein Privatdetektiv und sein Sidekick sollen im Auftrag einer mysteriösen Auftraggeberin eine vermisste Person suchen. Bei ihrer Suche verschlägt es die Beiden in den gefährlichen Unterleib der Großstadt, wo sie zwischen alle Fronten geraten. Denn der Vermisste ist eher geflüchtet als verschwunden, und die Auftraggeberin ist nicht, was sie zu sein scheint…
Das klingt nicht nur wie ein klassischer Film noir-Plot, das ist ein klassischer Film noir-Plot, allerdings ist MÜLLERS BÜRO alles andere als ein klassischer Film noir. Niki Lists legendäres Musical, welches in Wien 66 Wochen im Kino lief, war zusammen mit der ROCKY HORROR PICTURE SHOW und DIVA einer der Kultfilme der Achtziger, als dieser Begriff noch eine Bedeutung hatte, und nicht zu einem idiotischen Werkzeug von Marketing-Strategen verkommen war. Die Programmkinos spielten den Hit rauf und runter, und Woche um Woche sang und tanzte ein begeistertes Publikum vor der Leinwand mit. Wir folgen dem Ruf zahlreicher Festivalgäste, den Film endlich wieder dahin zurückzubringen, wo er hingehört: auf die große Leinwand, und laden dazu ein, mit Müller und Larry auf den Spuren von Sam Spade und Philip Marlowe durch die schillernden Neon-Nächte der noirsten Metropole der Eighties zu tanzen.
Küss die Hand, Humphrey Bogart!

Sonntag, 09. April – 19 Uhr

ALPHA CITY

Standard
 

Regie: Eckhart Schmidt
BR Deutschland 1985, ca. 101 Min., 35mm, FSK 16

Herrlicher Balanceakt zwischen Trash- und Kunstfilm mitten im 80er-Jahre Sumpf in Szene gesetzt von Regie-Eigenbrötler Eckhart Schmidt und mit Oberproll Claude Oliver Rudolph in Höchstform.

Mit DER FAN schuf Eckhart Schmidt 1982 den Prototypen der kalten New Wave-Filme, welche in der mittleren Periode seiner Karriere einen Großteil seines Outputs bestimmten. Es folgten DAS GOLD DER LIEBE, LOFT und ALPHA CITY. Mit diesem Großstadtthriller aus den tiefsten Achtzigern erweiterte Schmidt den traditionelle Chiaroscuro-Effekt des Film noir um die gesamte Palette des grellen Neon. Dieses bringt die Nacht um Raphaela zum Glühen, durch die sie vor ihrem brutalen Stalker Frank fliehen muss, und sich dabei in einen amerikanischen Killer verliebt.
Eckhart Schmidt drehte in Berlin ausschließlich bei Nacht, denn die irreale Stadt, durch welche seine Helden irren und hetzen, verschwindet bei jedem Sonnenaufgang. Er liefert die fantastische Vision einer Stadt, die nur auf der Leinwand möglich ist, ähnlich, wie dies Walter Hill bereits im Jahr zuvor mit STREETS OF FIRE gelang.
Und ALPHA CITY sieht nicht nur großartig aus, er hört sich auch toll an. Neben Hauptdarsteller Al Corley kommen Palais Schaumburg, Twelve Drummers Drumming und Trio zum Einsatz, und mit „Domingo“ und „Desire“ untermalt Schmidt seine Bilder extrem stimmig mit zwei der besten Stücke der Elektro-Pioniere Yello.
Eine volle Breitseite 80s!

.trailer

Sonntag, 09. April – 21 Uhr