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Seit Dezember 2007 widmet sich die Filmreihe something weird cinema der Kultur des Mitternachtskinos. Aus den dunkelsten Ecken europäischer Filmarchive ans Licht gezerrt, erstrahlen 35mm & 16mm-Filmkopien im neuen Glanz auf der Leinwand: Exploitation- und Trashfilme, Genrekino, Horrorschocker und Splattergranaten, Experimente und Avantgarde. Abseitiges, Schräges und Vergessenes aus den Randbereichen der Filmgeschichte…psychotronisch und bewußtseinserweiternd!

Wundersame Stunden des Glücks jenseits filmischer Norm und gutem Geschmack!

„Wenn das something weird Programm ins Haus flattert, fühlt man sich immer ein bisschen wie am Nikolausmorgen: Was mag da wohl drin sein: Schokolade oder Kohle? Wobei something weird ja sozusagen auch die Poesie der Kohle als Schokolade ist.“ Olaf Möller, Stadtrevue

something weird cinema bei facebook

die kommmenden Attraktionen …

Mi, 11. Oktober, 20 Uhr: LASS JUCKEN, KUMPEL
Mi, 25. Oktober, 20 Uhr: DAS BÖSE 2

Mi, 15. November, 20 Uhr: GESICHTER DES TODES
Mi, 28. November, 20 Uhr: DIE WILDEN ENGEL

 

SPIELORT:
Filmclub 813 e.V.

Kino 813 in der BRÜCKE I Hahnenstraße 6 I 50667 Köln
Tel. (0221) 3106-813
www.filmclub-813.de

Die Filmprogramme von something weird cinema finden teilweise mit dankenswerter Unterstützung des Kulturamt der Stadt Köln statt!

STK Kulturamt CMYK

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LASS JUCKEN, KUMPEL

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Regie: Franz Marischka
Deutschland 1972, ca. 95 Min., 35mm, DF, FSK 18

Hinter der Kulisse des grauen Waldes aus Schornsteinen und Fördertürmen blüht für die Kumpel mit ungeahnter Vehemenz eine üppige Blume: der Sex! Der harte Lebensrhythmus ihres grauen Alltags heißt: Arbeit, Bier und Bett.
Der an der Kinokasse äußerst erfolgreiche erste Teil der LASS JUCKEN, KUMPEL! Filmreihe kann mit Fug und Recht als ein Klassiker des bundesdeutschen Sexploitationfilms bezeichnet werden. Fünf weitere Teile sollten folgen…

„Die fahrige Art von Marischkas Film, in dem sich die tollen und die blöden Momente abwechseln, ein schlüssiger Gesamtentwurf immer wieder durch möglichst ‚aufregende‘ Sex-Episödchen torpediert wird, spiegelt auch das ziel- und perspektivlose Leben seiner Protagonisten wider, für die die einzigen Lichtblicke in einem ansonsten wenig beglückenden Leben die gelegentlichen Schäferstündchen und das Saufgelage im Kreise der Kollegen sind. Für große Lebensentwürfe ist da längst kein Platz mehr.“ Oliver Nöding, Remember it for later

Mittwoch, 11. Oktober – 20 Uhr

DAS BÖSE 2

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Regie: Don Coscarelli
OT: Phantasm 2, USA 1988, ca. 97 Min., 35mm, DF, FSK 18

Der zweite Teil der bekannten Horrorfilmreihe um das düstere Treiben des „Tall Man“.

Neun Jahre ist es her, seit Mike den Tall Man daran hindern konnte, weiter auf dem Morningside Friedhof Leichen auszugraben, um diese zu Zwergsklaven mutieren zulassen und sie dann in eine andere Dimension zu transportierte. Doch nun kehrt der Tall Man mit dem tödlichen Willen zurück, sein blutiges Werk fortzusetzen. Mike und sein Freund Reggie, beschließen, den Tall Man zu verfolgen und zu vernichten. Schnell werden sie fündig, denn der Gesuchte hinterlässt verwüstete Städte mit leeren Friedhöfen.

„It has virtually everything fans of ‘80s horror love to see: humor, nudity, gore and wild makeup FX.“ Wicked Horror

„Zwischen PHANTASM und seinem Sequel liegen rund neun Jahre – umso erfreulicher, dass die Filme fast wie aus einem Guss wirken. … Die Fortsetzung verschiebt den Akzent vom Horror etwas auf die Action und doch ist Coscarelli hiermit ein Nachfolger gelungen, der erstaunlich gut an den ersten Teil anknüpfen kann und die Art, wie es erzählt wird, bietet eine unterhaltsame Melange aus Grusel, Action und Effekten.“ ofdb.de

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Mittwoch, 25. Oktober – 20 Uhr

GESICHTER DES TODES

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Regie: John Alan Schwartz (als Conan Le Cilaire)
OT: Faces of Death, USA 1978, ca. 86 Min., 35mm, DF, FSK 18

„War MONDO CANE der Großvater des Genres, so kann dieser erste ernsthafte amerikanische Versuch eines Mondos getrost als Vater bezeichnet werden. Die Härte setzte neue Maßstäbe. Nicht mehr die Originalität von Szenen – wie es bei Jacopetti und seinen Nachfolgern oft der Fall war – war für deren Auswahl verantwortlich, sondern rein ihr schockierendes Potential. Offenbar haben es die Zuschauer weltweit genossen, sich auf diese Art verstören zu lassen und der Film leitete eine Renaissance der ‚Shockumentarys‘ ein. Fortan orientierten sich zahllose Nachfolger nicht mehr an MONDO CANE, sondern am bluttriefenden Vorbild GESICHTER DES TODES. Auch in tiefsten bäuerlichen Provinzen kann man in nahezu jeder Privat-Videosammlung eine Kopie des Films finden (meist auf einem Tape mit EVIL DEAD), und es gibt wohl keine Proll-Party in den 80er Jahren, auf der GESICHTER DES TODES nicht gelaufen ist. Sicherlich einer der meistdiskutierten und -angegriffenen Filme unserer Zeit.“ Marian D. Botulino

„Kunterbunte Aneinanderreihung von widerwärtigen Bildern, die das Thema Tod in allen Variationen voyeuristisch asuschlachtet. Die vorgeblichen Dokumentaraufnahmen sind fast durchweg gefälscht bzw. für die Kamera arrangiert. Ein verlogen-dümmlicher Kommentar steigert noch das Ekelgefühl, das dieses Machwerk hervorruft.“ film-dienst

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 Mittwoch, 15. November – 20 Uhr

DIE WILDEN ENGEL

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Regie: Roger Corman

USA 1966, ca. 86 Min., 35mm, DF, FSK 18

Roger „King of the B’s“ Corman läutete 1966 mit DIE WILDEN ENGEL die Welle der Hell’s Angels-Filme ein.
Die Motorradgang um den Anführer „Heavenly Blues“ verbreitet mit ihrer ausschweifenden Lebensweise Angst und Schrecken. Als Blues mexikanische Mechaniker verdächtigt, sein Motorrad geklaut zu haben, verwickelt er sie in eine wüste Schlägerei. Bei einer wilden Verfolgungsjagd wird Loser, ein Mitglied der „Angels“, von der Polizei angeschossen. Ins Krankenhaus eingeliefert, steht Loser nun eine Anklage bevor – doch er stirbt an seinen Verletzungen. Der Tod seines Freundes verändert Blues… Berühmt-berüchtigt ist die Beerdigungs-Szene gegen Ende des Films, in der die Rocker eine Sex- und Drogen-Orgie in einer Kirche feiern.

„The sometimes shocking events in this incredible movie were based on stories told by the real California Angels, who appear as themselves. Later they sued for defamation!“ Michael Weldon

Joan Didion, wache Beobachterin amerikanischer Zustände der 60er, schreibt über Motorradfilme: „Viele von ihnen sind außerordentlich schön mit ihrem Instinkt für das wahre Aussehen des amerikanischen Westens, für die verschossenen Fahnen, die über verlassenen Tankstellen wehen, und die ausgebleichten Straßen in den Wüstenstädten… Die meisten dieser Filme werden mit weniger als 200.000 Dollar hergestellt. In New York laufen sie nur gelegentlich. Und doch stellten die Motorradfilme mehrere Jahre lange eine Art volkstümliche Untergrundliteratur für Jugendliche dar, sie haben ihr Publikum gefunden und einen Mythos fabriziert, der alle unausgegorenen Ressentiments des Publikums exakt zum Ausdruck bringt, alle Sehnsucht nach der äußerst erregenden Erfahrung des Todes. Gewaltsam zu sterben ist ‚richtig‘, ein Aufblitzen. Weiterleben heißt nur, wie Peter Fonda in DIE WILDEN ENGEL hervorhebt, weiter Miete zahlen. Ein erfolgreicher Motorradfilm ist ein perfekter Rorschachtest seines Publikums.“

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Mittwoch, 29. November – 20 Uhr